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Die Entwicklung eines Weines Teil 1 | weiter
Auch wenn die Entwicklung des Geschmacks natürlich
individuell verschieden ist und verschiedene Weinsorten auch ein unterschiedliches Geschmackserlebnis bereiten gibt es doch eine Reihe von Entwicklungen, die für die meisten Weine und ihre Entwicklung gelten.
So zeichnen sich junge Weine gemeinhin durch deutlich identifizierbare Geschmackskomponenten aus.
Komponenten, die man bei jungen Weinen üblicherweise ausmachen kann sind Säure, Tannin und eventuelle Holznoten sowie die Fruchtigkeit eines jungen Weins, die sogenannte „Primärfruchtigkeit“.
Diese Komponenten sind relativ leicht zu identifizieren. Säuren sind zu vergleichen mit dem Geschmack
von Vitamin-C-Pulver, welches man in Apotheken und Drogerien bekommt (es handelt sich dabei streng genommen ja auch um eine Säure, da Vitamin C Ascorbinsäure ist). Einen sauren Geschmack wird aber jeder Mensch aus eigener
Erfahrung leicht kennen – in der Zitrone ist es die Zitronensäure, die zum Beispiel für ein intensives Erlebnis des Geschmacks „sauer“ sorgt.
Eine saure Note wird man in jungen Weinen oft leicht wahrnehmen können.
Beinahe ebenso leicht zugänglich ist der Geschmack von Tannin. Jeder, der einmal Wein getrunken hat
kennt wahrscheinlich das leicht pelzige Gefühl, welches besonders junge Rotweine deutlich auf der Zunge erzeugen. Das ist der Geschmack von Tannin. Je ausgeprägter das Erlebnis einer „pelzigen Zunge“ ist, um so stärker ist
Tannin im Wein ausgeprägt.
Diese beiden Faktoren, die einen jungen Wein stark prägen können aufdringlich und unangenehm sein.
Sie stellen für viele Weintrinker genau die Eigenschaften eines jungen Weins dar, die sie nicht schätzen. Dennoch kann ein ausgewogener Säuregehalt einen Wein attraktiv machen, vor allem, wenn er eine starke Primärfruchtigkeit
hat.
Die Primärfrucht eines Weines erkennt man an einem Geschmack, der im weitesten Sinne an frisches Obst
erinnert. Es ist ein fruchtiger Geschmack, eben der Geschmack, der einen jungen Wein so lebendig und attraktiv macht. Ein guter junger Wein zeichnet sich also durch ein ausgewogener Verhältnis zwischen Frucht und Säure aus,
wobei der Tanningehalt nicht zu deutlich hervortreten sollte.
Nach dieser Phase der „Jugend“ eines Weines folgt der Verschleiß. In dieser Phase beginnt der Wein
seine Primärfruchtigkeit zu verlieren, wodurch die positiven Seiten eines jungen Weins zurücktreten, während Tannine und Säuren oft noch spürbar und nicht sehr angenehm sind. Nicht umsonst sagt man in dieser Phase oft „Der Wein
beginnt sich zu verschleißen“. Glücklicherweise bedeutet der Verschleiß keine dauerhaften Einbußen in der Qualität eines Weines, sondern nichts anderes als eine Phase, die überwunden werden muss.
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