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Die optimale Trinktemperatur Teil 1 | weiter
Genauso wie die optimale Lagerung ist auch die optimale Trinkreife eines Weines eine wichtige und oft
umstrittene Frage. Gibt es feste Richtwerte, die man als Weinkenner befolgen sollte, oder überwiegen die individuellen geschmacklichen Unterschiede?
Im Prinzip gilt hier ganz einfach: erlaubt ist, was schmeckt. Jeder Mensch sollte seinen Wein so
genießen, wie er ihm persönlich am besten schmeckt.
Damit sie aber überhaupt herausfinden, wie sich Wein bei bestimmten Temperaturen unterscheidet müssen
sie wenigstens ein paar Mal auch verschiedene Temperaturen ausprobieren.
Es nützt schließlich wenig, direkt die erste Alternative als positiv zu bewerten wenn die Möglichkeit
besteht, dass eine andere Temperatur ihren Lieblingswein eventuell noch ansprechender macht.
Damit sie sich eine fundierte Meinung über den tatsächlichen Einfluss der Temperatur auf die
Eigenschaften eines Weins machen können müssen sie auch die verschiedenen Temperaturen einmal gekostet haben.
Ein zu kühl servierte Wein wirkt insgesamt verschlossen und zurückhaltend, während ein zu warmer Wein
zwar einen offenen, oft aber auch wenig vorteilhaften Geschmack hat. Störende Töne im Geschmack und in der Nase können die unangenehme Folge sein.
Auch wenn hier keineswegs eine Temperierliste mit umfassendem Anspruch aufgestellt werden soll
empfiehlt es sich vielleicht dennoch, die üblichen Temperaturempfehlungen wenigstens zu kennen, damit man sie in der eigenen Erfahrung berücksichtigen kann.
Einigermaßen praktikable Anhaltswerte für Rotweintemperaturen sind 16 bis 18 Grad Celsius für volle,
reife Rotweine wie zum Beispiel Bordeaux und 14 bis 16 Grad Celsius für leichte, tanninarme Rotweine. Gerade der Geschmack von Tannin tritt bei kühleren Weinen unangenehm hervor, weshalb man bei starkem Tanninaroma den Wein
grundsätzlich etwas wärmer trinken sollte.
Abzuraten ist von der alten Faustregel, Rotwein in Zimmertemperatur zu trinken. Zu der Zeit, als
diese Regel noch gültig war beheizte man seine Zimmer nur auf ungefähr 18 Grad Celsius, was sich für einen Rotwein gut als Trinktemperatur eignet; heute hingegen beträgt die Temperatur in den meisten Zimmern 20 oder 22 Grad
Celsius, was eindeutig zu warm ist für jede Art von Wein.
Etwas niedriger sind die typischen Anhaltswerte für die Temperatur von Weißweinen. Wirklich gute
Weißweine oder einen Beaujolais kann man gut in einer Temperatur zwischen 12 und 14 Grad Celsius genießen, während andere volle und aromatische Weißweine bei 10 bis 12 Grad Celsius als angenehm empfunden werden.
Diese Temperatur kann man auch als Richtwert für Portwein, Süßweine, Banyuls und Sherry annehmen.
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